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Die Thesen

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Was ist ...

Was sein kann ...

Frieden ist Verheißung und Auftrag der biblischen Botschaft. Im „Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ hat sich die ökumenische Christenheit diesen Auftrag zu eigen gemacht und ihn inzwischen in der „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ zugespitzt. Als aktuelle Schwerpunkte kristallisieren sich neben dem Engagement gegen Gewalt im sozialen Umfeld die Verhinderung von Kriegen und die Auseinandersetzung mit der wirtschaftlichen Globalisierung heraus. Wir alle sind dazu aufgerufen, Gewalt zu überwinden, um Frieden zu schaffen und zu bewahren! Wir alle können dazu beitragen.

Frieden erfordert Sachkenntnis. Wir müssen informiert sein über das, was in der Welt geschieht, müssen die Kräfte und Interessen kennen, die bei uns und anderswo am Werk sind. Was fördert den Frieden und was verhindert ihn, was dient dem Leben und was zerstört Leben? Darüber können wir miteinander reden, Informationen und Argumente austauschen und uns eine begründete Meinung bilden.

Die folgenden Thesen wollen die Diskussion anregen und zur Meinungsbildung beitragen. Sie stellen die gängige Meinung in Frage, die durch Politik und Medien verbreitet wird, als ob die Entwicklung unausweichlich sei, als ob es keine Alternative zum globalen Markt oder zu einer Politik der militärischen Stärke gebe. Es gibt andere Wege, es gibt Alternativen!

In erster Linie wenden sich diese Thesen an christlich engagierte Gruppen. Sie laden dazu ein, die Erfahrungen und Meinungen, die uns in Gesellschaft und Politik begegnen, in ein kritisches und kreatives Gespräch zu bringen mit den Erfahrungen und Hoffnungen, die wir unserem Glauben verdanken! Das kann eine spannende Diskussion werden

In acht Fragestellungen und Impulsen greifen die folgenden Seiten unter dem Stichwort aktuelle Zustände und Bedrohungen des Friedens auf: zerstörerische Folgen unseres Wirtschaftssystems, Gewalt im sozialen Umfeld, Militarisierung der Politik, Gewaltpotenzial in den Religionen .... Unter dem Stichwort stellen sie diesen Bedrohungen Herausforderungen und Alternativen gegenüber, die zeigen, wie Frieden geschaffen und bewahrt werden kann: den Weg der Gewaltfreiheit, ein neues Verständnis solidarischer Sicherheit für alle, Stärkung der internationalen Rechtsordnung, das Ziel eines „Friedens in Gerechtigkeit“.

Frieden erfordert Mut. Der Frieden kommt nicht von alleine, wir müssen ihn wollen und wagen. Vieles steht dem Frieden entgegen, von außen und in uns selbst.. Wir können einzelne Schritte tun zum Frieden und zur Freiheit von Gewalt. Und wir können einander dabei ermutigen!

Die Thesen im einzelnen:

1. Wirtschaft soll dem Leben dienen, nicht Leben zerstören
2. Sicherheit - für wen und wovor
3. Hände weg vom "Spiel" mit dem Krieg
4. Mut zu Gewaltfreiheit
5. Wer Frieden will, muss Frieden wagen
6. Religion zwischen Frieden und Gewalt
7. Frieden ist nur gemeinsam möglich
8. Frieden in Gerechtigkeit

 Juli, 2005