Friedensfachdienst
Friedensdienste haben eine lange Tradition. Aber erst seit den 90-er Jahren erfolgte eine konsequente Unterscheidung zwischen Lern-[Freiwilligendiensten] und Fachdiensten. Fachdienste, zum Beispiel der Einsatz einer Friedensfachkraft im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes, erfordern eine entsprechende Qualifikation sowie Lebens- und Berufserfahrung. In der Regel werden Friedensfachkräfte durch Partnerorganisationen angefordert und sind dann beratend und unterstützend in Konfliktregionen tätig. Gleiches gilt in der Regel auch für die Entwicklungsdienste, deren Arbeit auch zunehmend in Konfliktregionen stattfindet und die oft an den strukturellen Ursachen für Krieg und Gewalt arbeiten.
Auslandsdienste finden in der Regel befristet statt, so dass die Fachkräfte nach der Rückkehr im alten Beruf weiterarbeiten oder zwischen Auslandseinsätzen und der Friedens- und Entwicklungsarbeit im Inland wechseln. Im Instrument "Ziviler Friedensdienst" sind derzeit 165 Fachkräfte im Einsatz, außerdem gibt es über 5800 Menschen mit staatlicher Förderung in einem Auslandseinsatz im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit.
Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist ein Friedensfachdienst, der als Gemeinschaftsprojekt von Staat und Nichtregierungsorganisationen durchgeführt wird und an dem die AGDF mitwirkt. Folgende Mitglieder der AGDF zur Zeit sind als Träger im Rahmen des ZFD beteiligt:
(eine entsprechende Linkliste befindet sich ganz am Ende der Seite)
- Bildungs- und Begegnungsstätte für Gewaltfreie Aktion (Kurve Wustrow), Wustrow
- EIRENE, Internationaler Christlicher Friedensdienst, Neuwied
- Peace Brigades International (PBI), Internationale Friedensbrigaden - Deutscher Zweig, Hamburg
- Weltfriedensdienst (WFD), Berlin
Folgende Organisationen begleiten einheimische Friedensfachkräfte im Ausland:
- Friedenskreis Halle, Halle
- Oekumenischer Dienst im Konziliaren Prozeß ("Schalomdiakonat"), Diemelstadt -Wethen
- Ohne Rüstung Leben (ORL), Stuttgart
Weiterführende Hinweise
Hinweise zur Qualifizierung gibt es auf der Seite Seminare und Kurse. Die gemeinsame Seite der Träger des Zivilen Friedensdienstes ist www.ziviler-friedensdienst.org . Eine 4-monatige Ausbildung zur Friedensfachkraft bietet die Akademie für Konfliktransformation des Forums Ziviler Friedensdienst an. Mehr dazu unter www.forumzfd.de . Diese Ausbildung ist aus der gemeinsamen Arbeitsgemeinschaft Qualifizierung der AGDF, des Forum ZFD sowie der Kurve Wustrow, des Oekumenischen Dienstes und des Bundes für Soziale Verteidigung hervorgegangen.
Entwicklungsdienste nach dem Entwicklungshelfergesetz (EhfG)
Diese Dienste richten sich an Fachkräfte, die für die Dauer von mindestens zwei Jahren in einem Entwicklungsland einen fachlich orientierten, aber freiwillig motivierten Dienst leisten möchten. Frauen und Männer mit abgeschlossener Berufsausbildung und Berufserfahrung können sich bei einem der anerkannten Träger des Entwicklungsdienstes bewerben. Anerkannte Träger und zugleich Mitglied in der AGFD sind:
- EIRENE, Internationaler Christlicher Friedensdienst, Neuwied
- Weltfriedensdienst (WFD), Berlin
Eine Datenbank für vielfältige kurz- und längerfristige Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Entwicklungsdienste findet sich unter www.oneworld-jobs.org . Außerdem gibt es aktuelle Stellenangebote unter www.epo.de
Staatliche Friedenseinsätze
Auch staatlicherseits gibt es zunehmend nichtmilitärische Einsätze für Konfliktbearbeitung; diese finden vorrangig im Zusammenhang mit überstaatlichen Organisationen wie UN und OSCE statt. Die Entsendung des Personals erfolgt vor allem über das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) des Auswärtigen Amtes. Nach einem Vorbereitungskurs kann die Entsendung in kürzere, z.B. Wahlbeobachtungen, oder längere Einsätze erfolgen.

