Menschenrechte und Kriegsdienstverweigerung
Die am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedete Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wird auch nach über 60 Jahren vielfach missachtet. Staaten ignorieren Grund - und kulturelle Rechte, das Recht auf Gleichbehandlung sowie das in der Charta der VN 1973 verankerte Völkerrecht; die Globalisierung führt zum Abbau sozialer Menschenrechte etc. Der Einsatz für die Durchsetzung der Menschenrechte ist daher eine Kernaufgabe der Friedensarbeit.
Übersicht
Menschenrechtsarbeit in Deutschland
Auch in Deutschland werden Menschrechte wie der Schutz der Intimsphäre oder das Asylrecht durch staatliches Handeln eingeschränkt. Die Würde von Menschen ist – wie Diskussionen zur Asylpolitik, zu Todesstrafe und Folter und zum Umgang mit Menschen mit Handycap zeigen – für viele nicht unantastbar. Die deutsche Außenpolitik vernachlässigt aus Wirtschafts- oder Machtpolitischen Interessen das Ziel, die Menschenrechte durchzusetzen. Auf Ebene der EU unterstützt die Bundesregierung unter dem Stichwort „Bekämpfung des Terrors“ eine Politik, die zu Lasten des Schutzes der Intimsphäre und von Flüchtlingen geht.
Mitglieder der AGDF setzen sich in Deutschland für benachteiligte Gruppen ein und betreiben Menschenrechtsbildung (siehe auch Friedensarbeit in Deutschland). Die AGDF ist Mitglied im Forum Menschenrechte, einem Netzwerk von mehr als 40 deutschen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die sich für einen verbesserten, umfassenden Menschenrechtschutz einsetzen - weltweit, in bestimmten Weltregionen, Ländern und in der Bundesrepublik Deutschland. Wesentliche Aufgaben des Forums Menschenrechte sind die Öffentlichkeitsarbeit und die Lobbyarbeit bei der Bundesregierung.
Gegen Rassismus und für Demokratie
Für die Erhaltung des sozialen Friedens in Deutschland sind wir auf das Miteinander der Menschen verschiedener Herkunft, aller Kulturen, Religionen und Identitäten angewiesen. Wenn wir gegenseitige Achtung erreichen wollen, müssen wir uns aktiv dafür einsetzen. Ein Schwerpunkt der Friedensarbeit in Deutschland ist daher der Einsatz gegen Rassismus, für mehr Respekt und für die Stärkung der Demokratie in unserer Gesellschaft. Dies ist u.a. die Intention des Projektes „Christlich-Islamische Friedensarbeit in Deutschland und vieler Projekte von Mitgliedern der AGDF. Die AGDF gehört dem „Forum gegen Rassismus“ (FgR) an, einem Ort auch der kontroversen Diskussion zwischen staatlichen Stellen und Nichtregierungsorganisationen zu allen die Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus betreffenden Fragen. Weiter ist sie der Aktion Courage eng verbunden.
Recht und Schutz von Kriegsdienstverweigerern
Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründe ist nach Artikel 4, Abs. 3 des Grundgesetzes in Deutschland geschützt und Bestandteil der Gewissensfreiheit nach Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und nach Artikel 18 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte (Zivilpakt). Allerdings wird dieses Recht von vielen Staaten nicht anerkannt, über den Menschenrechtscharakter dieses zivilen Bürgerrechts gibt es selbst unter den relativ "zivilen" Staaten der Europäischen Union (noch) keinen Konsens.
Die individuelle Gewissensentscheidung gegen den Kampf mit der Waffe ist zugleich ein Votum für die gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten. Aufgabe ist es, dieses den Kriegsdienstverweigerern bewusst zu machen und sich für gewaltfreies Handeln auf allen Ebenen einzusetzen (siehe auch Thema Zivile, gewaltfreie Konfliktbearbeitung und Projekt Dekade zur Überwindung von Gewalt). Die AGDF ist Mitglied in der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen, die Betroffene berät, die Öffentlichkeit auf Missstände aufmerksam macht und sich politisch u.a. für die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht einsetzt. Weiter ist die AGDF Mitglied in der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung von Kriegsdienstverweigerern (EAK), einer Arbeitsgemeinschaft in der Ev. Kirche in Deutschland für (potentielle) Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende.
Weiter informieren kann man sich in der Zeitschrift zivil - Zeitschrift fuer Frieden und Gewaltfreiheit, der Zeitschrift der evangelischen Zivildienstseelsorge.
Informativ ist auch die Seite der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG - VK).

